Konfiguration des Anwendungsmenu

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Das Anwendungsmenu oder Desktopmenu macht die hierfür vorbereiteten Programme in dem jeweiligen Desktop-Environment bzw. Fenstermanager leicht zum Ausführen erreichbar. Bei der Installation von Programmen machen diese ihre entsprechenden Einträge so, dass sie unter den vorgesehenen Menüpunkten erscheinen. Nur selten müssen Menüeinträge manuell erstellt oder bearbeitet werden. Dies ist z.B. dann der Fall, wenn man Programme von Hand installiert hat. Hier richtet man sich bei Linux weitgehend nach den Vorgaben von freedesktop.org welche das Anwendungsmenu nach Kategorien wie "Bildung", "Büro", "Grafik" usw. unterteilt.

Desktop-Umgebungen[edit | edit source]

GNOME[edit | edit source]

Unter GNOME muss das Paket alacarte installiert werden.

KDE[edit | edit source]

KDE: Ein Rechtsklick auf das K-Menü gibt einem die Möglichkeit den "Menü-Editor" zu starten.

MATE[edit | edit source]

Unter MATE muss das Paket mozo installiert werden.

LXDE[edit | edit source]

Für LXDE wird unter MX Linux noch kein spezieller Editor angeboten.

Xfce[edit | edit source]

Für Xfce kann das Paket menulibre eingesetzt werden.

Desktop-Unabhängig[edit | edit source]

MX-Menü-Editor[edit | edit source]

Eine leicht eingeschränkte Möglichkeit ist die Benutzung des MX Menü-Editors. Dessen Beschreibung ist eine Übertragung des Artikels MX Menu Editor von Jerry3904 im englischen MX-Wiki, der zwar auf MX-17 beruht, aber so auch noch für MX-18 gültig ist:

  • Klick auf eine der Kategorien im linken Bereich, um die darin aufgeführten Anwendungen anzuzeigen.
  • Änderungen sind in der oberen rechten Bildschirmhälfte (Schnell-Editor) möglich.
  • Im Feld "Kategorien" können solche für den jeweiligen Menüeintrag hinzugefügt oder gelöscht werden.
  • Rechts daneben kann mit "Symbol ändern" auch das Icon geändert werden.
  • In der rechten unteren Ecke des Bildschirms unter "Erweiterter Editor" kann die unten erwähnte aktuelle Desktop-Datei /usr/share/desktop-directories/*.desktop direkt editiert werden.
  • Mit der Schaltfläche "Benutzerdefinierte Anwendung hinzufügen" kann ein neuer Menüpunkt hinzugefügt werden.

Bekannte Probleme:

  • funktioniert nicht für wine-Menüeinträge.
  • Die Einträge in eventuellen Unterordnern im Menü werden ignoriert und in der übergeordneten Kategorie angezeigt
  • Die Namen der Menüpunkte werden nicht in der Systemsprache angezeigt, sondern immer in Englisch.

MenuLibre[edit | edit source]

Oberfläche von menulibre

Das Paket menulibre hat eine einfach zu bedienende Benutzeroberfläche und bietet einige Konfigurationsmöglichkeiten.

Editor[edit | edit source]

Es besteht auch die Möglichkeit, Programmstarter mit Hilfe eines Texteditors zu bearbeiten.

Hintergrundwissen[edit | edit source]

Um das Anwendungsmenu nach eigenen Wünschen erweitern oder verändern zu können, soll der Aufbau erläutert werden, zuerst die Kurzfassung:

Für den Aufbau spielen Dateien aus drei Verzeichnissen eine Rolle:

  • /usr/share/desktop-directories/*.directory bestimmen, welche Kategorien überhaupt zur Verfügung stehen
  • /etc/xdg/menus/*.menu welche Kategorien dann im Anwendungsmenu angezeigt werden
  • /usr/share/desktop-directories/*.desktop welche Programme in welchen Kategorien vorkommen

angezeigte Kategorien[edit | edit source]

Welche Kategorien im Anwendungsmenu in welcher Reihenfolge gelistet werden richtet sich nach der verwendeten Datei *.menu in /etc/xdg/menus/ (systemweit) bzw. $HOME/.config/menus/ (Userspezifisch). Wie üblich, haben Userspezifische Einstellungen den Vorrang vor systemweiten Einstellungen. Üblicherweise wird für xfce die Datei xfce-applications.menu, für LXDE die Datei lxde-applications.menu usw. benutzt. Da der Aufbau aber gleich ist, ist dies durchaus nicht zwingend.

Hier sollen nur die für die Bearbeitung wichtigen Elemente behandelt werden. Jede vorhandene Kategorie ist innerhalb der Datei meistens so aufgebaut:

 <Menu>
   <Name>Education</Name>
   <Directory>lxde-education.directory</Directory>
   <Include>
     <And>
       <Category>Education</Category>
     </And>
   </Include>
 </Menu> 

<Name> dürfte selbsterklärend sein. Der Eintrag <Directory> bezeichnet den Filenamen, aus dessen Variablen die Einträge für die Kategorien konstruiert werden. Diese Dateien liegen im Verzeichnis /usr/share/desktop-directories/ (systemweit) bzw. in $HOME/.local/share/desktop-directories/ (Userspezifisch) und bestehen aus diesen drei Elementen

[Desktop Entry]
Name=Education
Name[de]=Bildung
Icon=applications-science
Type=Directory

wobei Name[XY] für die jeweiligen Sprachen in der Übersetzung mehrfach vorkommen kann, z.B.

Name[en_GB]=Education
Name[hr]=Edukacija
Name[hu]=Oktatás
...

in welcher Sprache dann die Kategorie angezeigt wird richtet sich nach der Lokalisierung. Das anzuzeigende Icon liegt unterhalb des Verzeichnisses /usr/share/icons/<THEMA>/ Der Type ist in der Regel immer "Directory".

Zurück zur Struktur der Datei *.menu und dem noch fehlenden Element <Category>. Dieses Element dient dazu, alle Programme herauszufinden (zu filtern), die in der betreffenden Kategorie angezeigt werden sollen. Dafür kommt ein drittes Verzeichnis ins Spiel, /usr/share/applications/ (systemweit) oder $HOME/.local/share/applications/ (Userspezifisch), in dem sich für jedes installierte Paket eine Desktop-Datei mit den Infos zum Paket befindet. Hier als gekürztes Beispiel die Desktop-Datei für libreoffice-math, libreoffice-math.desktop

[Desktop Entry]
Version=1.0
Terminal=false
NoDisplay=false
Icon=libreoffice-math
Type=Application
Categories=Office;Spreadsheet;Education;Science;Math;
Exec=libreoffice --math %U
MimeType=application/vnd.oasis.opendocument.formula;application/vnd.sun.xml.math;application/vnd.oasis.opendocument.formula- template;text/mathml;application/mathml+xml;
Name=LibreOffice Math
GenericName=Formula Editor
GenericName[de]=Formeleditor
Comment=Create and edit scientific formulas and equations by using Math.
Comment[de]=Wissenschaftliche Formeln setzen und bearbeiten - Math macht's möglich.
...

libreoffice-math könnte also in den vier Kategorien Office, Spreadsheet, Education, Science und Math im Anwendungsmenu auftauchen.

eigene Kategorien hinzufügen[edit | edit source]

Das freedesktop.org-Projekt veröffentlicht eine Liste von quasi-offiziellen Kategorien und möglichen, zusätzlichen Kategorien an die man sich halten kann oder die man zumindest als Orientierungshilfe benutzen könnte. Für den Privatgebrauch wäre es natürlich auch möglich, eigene Kategorien zu definieren. Wie geht man nun dabei vor? Für dieses Beispiel wird angenommen, daß systemweit eine Kategorie "Electronics" hinzugefügt werden soll.

1. Anlegen einer Datei lxde-electronics.directory in /usr/share/desktop-directories/ (der Name könnte auch neutraler "electronics.directory" o.ä. lauten, wichtig ist nur die Endung directory)

2. Der Inhalt dieser Datei sollte mindestens diese Elemente enthalten:

[Desktop Entry]
Name=Electronics
Name[de]=Elektronik
Icon=applications-accessories
Type=Directory

3. in der Datei /etc/xdg/menus/lxde-applications.menu (der Einfachheit halber bleiben wir jetzt einfach bei dieser Datei) folgende Zeilen an einer passenden Stelle (vorzugsweise alphabetisch, also z.B. zwischen "Education" und "Games") einfügen

 <Menu>
   <Name>Electronics</Name>
   <Directory>lxde-electronics.directory</Directory>
   <Include>
     <And>
       <Category>Electronics</Category>
     </And>
   </Include>
 </Menu> 

4. Jetzt noch in jeder *.desktop-Datei im Verzeichnis /usr/share/applications/, deren Anwendung in der Kategorie "Elektronik" auftauchen soll (z.B. in arduino.desktop) in der Zeile Categories "Electronics" ergänzen.

Categories=Electronics;

Weblinks[edit | edit source]