LightDM

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Displaymanager LightDM

LightDM ist, wie es der Name schon andeutet, ein leichtgewichtiger Displaymanager, der trotzdem alle Anforderungen, die man an einen Displaymanager stellt, erfüllt und zudem noch schnell startet. Zudem ist er leicht konfigurierbar (entweder über eine grafische Oberfläche oder direkt in der Konfigurationsdatei) und durch Plugins erweiterbar.

Außerdem ist ein Login von und nach entfernten Rechnern z.B. mittels XDMCP oder VNC möglich.

Installation[edit | edit source]

Es werden mindestens die zwei Pakete lightdm und lightdm-gtk-greeter benötigt. Beim "greeter" handelt es sich (etwas vereinfacht gesagt) um den Teil in dem der User ausgwählt wird und in dem er sein Passwort einträgt. Der greeter ist gewissermassen für die Anmeldung bei der grafischen Benutzeroberfläche zuständig. Für ältere MX-Versionen als MX-18 gibt es die entsprechenden Greeter-Versionen lightdm-gtk-greeter-mx17 und lightdm-gtk-greeter-mx16. Wer den Displaymanager Plasma/KDE benutzt sollte den passenden Greeter lightdm-kde-greeter installieren.

Zur komfortablen grafischen Konfiguration von LightDM gibt es das Paket lightdm-gtk-greeter-settings. Der Hintergrund von LightDM kann beliebig mit Farben oder Bildern gestaltet werden, wer nichts passendes zur Hand hat oder schön gestaltete Motive bevorzugt, sollte zu einem der Pakete mx18-artwork (bzw. mx15-artwork, mx16-artwork, mx17-artwork) greifen, die nicht nur Wallpaper für den Bildschirm und für Grub, sondern auch für LightDM enthalten. Ein hübscher Effekt ergibt sich z.B., wenn man für LightDM und den Bildschirm das gleiche Foto verwendet, aber das LightDM-Hintergrund-Foto nur in Graustufen gehalten ist.

Konfiguration mit GUI[edit | edit source]

lightdm-gtk-greeter-settings[edit | edit source]

Am einfachsten geht die Konfiguration mit dem grafischen Tool lightdm-gtk-greeter-settings. Da sich die Konfigurationsdatei im Verzeichnis /etc/lightdm/ befindet, wird das Tool mit sudo oder pkexec aufgerufen. Die möglichen Einstellungen unterteilen sich in die vier Gruppen "Erscheinungsbild", "Leiste", "Fensterposition" sowie "Sonstiges" und sind weitestgehend selbsterklärend.

Tab Erscheinungsbild[edit | edit source]

Greeter setting Tab Erscheinungsbild
Tab Erscheinungsbild

Hier können folgende allgemeine Einstellungen vorgenommen werden:

  1. Thema
  2. Symbole
  3. Schriftart (mit folgenden Unterpunkten ("zusätzliche Schrifteinstellungen")
    • Kantenglättung (An oder Aus)
    • DPI
    • Farbreihenfolge innehalb eines Pixels
    • Stärke des "Hintings" (kann die Lesbarkeit verbessern)
  4. Hintergrund (Bild oder Farbe)
  5. wenn vorhanden, Bildschirmhintergrund des Benutzers verwenden
  6. Benutzerbild (Avatar) verwenden oder nicht und Avatar auswählen

Tab Leiste[edit | edit source]

LightDM-greeter-settings Leiste
Tab Leiste

Hier kann man einstellen, welche Elemente in der oberen Leiste angezeigt werden und in welcher Reihenfolge dies geschieht. Zwar ist die Default-Einstellung in der Regel schon brauchbar, aber wer Sonderwünsche hat kann hier Veränderungen vornehmen.

Es existieren folgende Elemente:

  • Anzeige des Hostnamens
  • Session Menu: wer mehrere grafische Benutzeroberflächen installiert hat - z.B. Xfce und Openbox - kann mit diesem Menupunkt auswählen, welcher gestartet werden soll
  • Accessibility Menu: Hilfreich, um bessere Lesbarkeit zu erreichen (große Schrift, hoher Kontrast und Bildschirmtastatur)
  • Keyboard Layout
  • Languages Menu: Auswahl der Umgebungssprache (entspricht dem locale-Kommando)
  • Power Menu (Bereitschaft, Ruhezustand, Neustart, Herunterfahren)
  • Clock: das Anzeigeformat kann mit den üblichen Kürzeln des Kommandos "date" eingestellt werden, z.B.
%a, %H:%M

ergibt folgende Ausgabe: Mo, 20:39 (Details siehe durch Aufruf der Manpage man date)

Die Anzeige kann durch diese Elemente strukturiert werden:

  • Spacer: ein Abstandshalter, der den maximal verfügbaren Platz ausfüllt. Da die ausgewählten Elemente normalerweise in der Leiste von rechts beginnend nach links angezeigt werden, benutzt man diese Eigenschaft um Elemente ganz links zu plazieren.
  • Separator/Trenner: ein Trennelement von der Größe eines Leerzeichens
  • Text: in der Regel wird hier ein Symbol, wie z.B. ein Tastatur-Icon verwendet, es kann aber auch beliebiger Text eingegeben werden.

Tab Fensterposition[edit | edit source]

LightDM-greeter-settings Fensterposition
Tab Fensterposition

Der Tab "Fensterposition" bezieht sich auf die Position des greeters. Diese kann entweder durch Anklicken und verschieben des Rechtecks mit den neun kleinen Kreisen oder durch Angabe der horizontalen und vertikalen Werte (Abstände) eingestellt werden. Diese Abstände können als Pixel oder Prozentwerte angegeben werden, wobei man noch festlegt, ob der Abstand von rechts oder links (horizontal) und von oben oder unten (vertikal) gemessen werden soll.

Als Bezugspunkt gilt dabei immer derjenige von den neun Kreisen, den man ausgewählt hat.

Tab Sonstiges[edit | edit source]

lightdm-gtk-greeter-settings Tab "Settings"
Tab Sonstiges

Im Tab "Sonstiges" werden hauptsächlich Punkte für die Barrierefreiheit und zur Fehlersuche eingestellt. Dabei handelt es sich um diese Punkte:

  • Bildschirmtastatur: welches Kommando wird dafür benutzt, einschalten oder nicht, wenn angewählt, ob die Bildschirmtastatur beim Start ein- oder ausgeschaltet ist bzw. ob der Zustand von der letzten Anmeldung gemerkt werden soll.
  • Bildschirmleser: die gleichen Einstellmöglichkeiten wie bei der Bildschirmtastatur (s.o.)
  • Kontrast-Thema: soll es beim Start ein- oder ausgeschaltet werden bzw. soll der jeweilige Zustand für die nächste Anmeldung gemerkt und wieder angewendet werden.
  • Große Schrift: die gleichen Einstellmöglichkeiten wie beim Kontrast-Thema (s.o.)
  • Wartezeit, bis der Bildschirm geleert wird: mittels eines Schiebereglers kann zwischen 60 Minuten und "Nie" stufenlos gewählt werden. Dabei ist allerdings nicht ganz klar, welche Zeiteinheiten die Maßstriche darstellen sollen. Z.B. "Schieber in der Mitte" -> welcher Zeitraum bedeutet die Mitte zwischen "60 Minuten" und "Nie"?
  • Fehlersuchmodus: wenn angewählt werden durch den GTKInspector zuätzliche Protokolldateien zur Fehlersuche erzeugt.

Konfigurationsdateien[edit | edit source]

Konfigurationsdateien befinden sich je nach LightDM-Version an verschiedenen Orten. Für LightDM Version ab 1.8 gibt es das Verzeichnis

  • /usr/share/lightdm/lightdm.conf.d/

die Dateien in /usr/share/lightdm/lightdm.conf.d/ werden in ihrer numerischen Reihenfolge abgearbeitet, also z.B. zuerst 01_debian.conf, dann 02_MX-18.conf usw.

Bei MX befinden sich in diesem Verzeichnis zwei Dateien, 01_debian.conf und 02_MX-17.conf, wobei 02_MX-17.conf so angelegt ist, daß die Werte von 01_debian.conf komplett überschrieben werden. Insofern kann auf die Datei 01_debian.conf auch verzichtet werden, wenn man sie nicht selbst in irgendeiner Weise verändert hat.

lightdm.conf[edit | edit source]

die ältere Konfigurationsdatei (LightDM < 1.8)

  • /etc/lightdm/lightdm.conf

wird aber immer noch eingelesen, so daß diese ebenfalls benutzt werden kann.

lightdm-gtk-greeter.conf[edit | edit source]

Die Konfiguration für den Greeter befindet sich in einer eigenen Datei

  • /etc/lightdm/lightdm-gtk-greeter.conf # für lightdm-gtk-greeter

In /etc/lightdm/ befinden sich noch andere Konfigurationsdateien für spezielle Zwecke, die deshalb seltener gebraucht werden:

keys.conf[edit | edit source]

  • /etc/lightdm/keys.conf

wenn mittels XDMCP eine Anmeldung auf einem entfernten Displaymanager erfolgen soll, müssen in dieser Datei die benötigten Schlüssel abgelegt werden.

Dies würde z.B. so aussehen:

[keyring]
a=0x0123456789ABCD
b=secret

Damit diese Anmeldung von entfernten Rechnern möglich ist muss aber noch in der /etc/lightdm/lightdm.conf mindestens die XDMCP-Server-Sektion auskommentiert bzw. angepasst werden:

[XDMCPServer]
enabled=true
port=177

users.conf[edit | edit source]

in der Datei /etc/lightdm/users.conf wird geregelt, welche User im Greeter angezeigt, bzw. nicht angezeigt werden. Folgende Optionen sind möglich:

Option Beschreibung
minimum-uid=x es werden nur User angezeigt, deren UID >= x ist
hidden-users=nobody nobody4 noaccess Alle User mit diesen Kennungen werden ebenfalls nicht angezeigt. Funktioniert nur für User mit UID < 1000
hidden-shells=/bin/false /usr/sbin/nologin alle User mit Shells aus der Liste werden auch nicht angezeigt

Wichtig: Die users.conf wird ignoriert, wenn accountsservice benutzt wird. Ob dies der Fall ist, kann mit

pgrep -lf accountsservice

kontrolliert werden. Läuft accountsservice erscheint solch eine Ausgabe (die Prozess-ID pid ist natürlich unterschiedlich:

4338 accounts-daemon

Sonstiges[edit | edit source]

einen Überblick über die Konfiguration erhält man durch das Kommando

lightdm --show-config

zum Testen der Einstellungen ohne die momentane Sitzung zu verlassen (also innerhalb des laufenden X_Servers) dient dieses Kommando

lightdm --test-mode --debug

dazu muss aber das Paket xserver-xephyr installiert sein.