Zeiteinstellungen

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Zeiteinstellungen

basiert teileise auf:Time settings von Jerry3904

Einführung[edit | edit source]

Unter Linux wird zwischen zwei Uhrzeiten unterschieden:

  • Software-Uhr: auch Systemzeit genannt, ist die Uhr des Linux-Kernels. Genaugenommen handelt es sich dabei um die Anzahl der Sekunden seit dem 1.1.1970 00:00:00 UTC, die sogenannte Unixzeit
  • Hardware-Uhr: auch real time clock (RTC) genannt, ist die im BIOS angezeigte und durch die CMOS-Batterie gespeiste Uhr. Diese läuft auch wenn der Rechner ausgeschaltet ist.

Beim Einrichten eines neuen Linux-Systems wird gefragt, ob die RTC auf die UTC-Zone (Coordinated Universal Time) eingestellt werden soll. Dies sollte man nach Möglichkeit tun, da alle Zeitberechnungen wie Sommerzeitumstellung oder Zeitzonenwechsel auf UTC beruhen.

Die Hardware-Uhr kann auch nachträglich mit diesem Befehl auf UTC umgestellt werden:

timedatectl set-local-rtc 0

Möchte man die RTC-Einstellungen kontrollieren, kann dies durch

sudo hwclock --debug

geschehen. U.a. wird dabei auch ausgegeben, ob die Hardware auf UTC-Zeit gesetzt ist oder nicht.

Eine andere Möglichkeit dies anzuzeigen ist die Ausgabe der Datei /etc/adjtime

cat /etc/adjtime

Die letzte Zeile enthält dabei die Angabe der verwendeten Zeit, sollte also UTC enthalten.

Die Zeit kann durch verschiedene Faktoren beeinflusst werden:

  • Zeitzoneneinstellung
  • Auswahl ob Local Time oder UTC verwendet werden soll
  • Hardware-Uhr läuft falsch
  • Zeitdifferenz (timedrift)

Einen guten Überblick über sämtliche Faktoren (Systemzeit, Hardware-Uhr, Zeitzone und Benutzung von NTP) erhält man durch die Eingabe von

timedatectl

Ausgabe:

     Local time: Mi 2019-10-30 18:29:34 CET
 Universal time: Mi 2019-10-30 17:29:34 UTC
       RTC time: Mi 2019-10-30 17:29:34
      Time zone: Europe/Berlin (CET, +0100)
Network time on: yes
NTP synchronized: yes
RTC in local TZ: no

Die Software- und Hardware-Uhr gleichen sich gegenseitig beim Booten bzw. beim Shutdown ab. Beim Booten stellt die Hardware-Uhr die Systemuhr und beim Shutdown umgekehrt die Systemuhr die Hardware-Uhr.

Zur Konfiguration mittels GUI kann MX Zeiteinstellungen verwendet werden[edit | edit source]

MX Linux Zeiteinstellungen GUI v16.12.2

1. Klicken Sie auf Zeigen Sie auf Datum und Uhrzeit
2. Prüfen Sie:

  • Local time
  • Universal time
  • RTC time (Hardwarezeit)
  • Time zone: Europe/Berlin (muss unbedingt auf die richtige Zeitzone eingestellt sein)
  • Network time on: yes (dafür muss ntp installiert sein)
  • NTP synchronized:yes
  • RTC in UTC
  • TZ: yes (wichtig, damit in einer Dual-Boot-Situation auch unter Windows die Zeit richtig angezeigt wird)

Einstellung der ntp-Zeitserver[edit | edit source]

Um NTP-Zeitserver nutzen zu können, muss eines dieser Pakete installiert sein:

  • ntp
  • openntpd
  • chrony

In /etc/ntp.conf sind die Debian-Zeitserver eingestellt:

pool 0.debian.pool.ntp.org iburst
pool 1.debian.pool.ntp.org iburst
pool 2.debian.pool.ntp.org iburst
pool 3.debian.pool.ntp.org iburst

Diese können durch die Zeitserver der Physikalisch-Technische Bundesanstalt Braunschweig (Atomuhrgestützt) ersetzt werden:

ptbtime1.ptb.de
ptbtime1.ptb.de
ptbtime1.ptb.de

Um die Überlastung einzelner Zeitserver zu vermeiden ist es besser, einen ganzen Pool von Zeitservern anzugeben, aus dem dann automatisch der günstigste Zeitserver ausgewählt wird. Dies geschieht z.B. durch diese Einträge in der /etc/ntp.conf

server 0.de.pool.ntp.org
server 1.de.pool.ntp.org
server 2.de.pool.ntp.org
server 3.de.pool.ntp.org

Schweizer und Österreicher ersetzen einfach das de im Servernamen durch ihr Länderkennzeichen:

server 0.at.pool.ntp.org   # für Österreich
server 0.ch.pool.ntp.org   # Schweiz

Entsprechendes gilt für den Rest der Welt. Eine komplette Liste findet sich auf Europe — europe.pool.ntp.org

Wenn der benutzte Internetanbieter einen eigenen Zeitserver betreibt, so ist es ebenfalls eine gute Lösung, dessen Zeitserver einzutragen.

Verwende hierzu einen Editor Deiner Wahl wie nano, pico', vim.

Danach musst Du den Service restarten:

sudo service ntp start

Nach kurzer Zeit kann man durch die Eingabe von

ntpq -pn

kontrollieren, ob die Vebindung mit einem Zeitserver funktioniert. Man erhält eine Ausgabe, die etwa so aussehen sollte:

    remote           refid      st t when poll reach   delay   offset  jitter
==============================================================================
+145.239.3.131   131.188.3.223    2 u  117  128  345   39.400   -9.054  23.402
+176.9.42.91     213.239.239.166  3 u  189  128  346   37.502  -16.948  83.753
*193.158.22.13   .SHM.            1 u  117  128  355   57.281  -11.011  21.066
+131.188.3.223   .PZFs.           1 u   84  128  373   44.079   -2.953 197.792

ein Zeiserver sollte dabei mit einem Sternchen * versehen sein (wie hier 193.158.22.13). Dabei handelt es sich um den Zeitserver, mit dem der Abgleich vorgenommen wurde.

In den wenigen Fällen da die Verwendung von NTP nicht möglich oder nicht sinnvoll ist, weil der Rechner nur selten oder gar keine Verbindung zum Internet hat, sollte man das Paket adjtimex installieren.

manuelle Synchronisation[edit | edit source]

Man kann die Zeit auch manuell synchronisieren, dafür darf ntp aber nicht laufen:

sudo service ntp stop
root@monastir:~# ntpdate ptbtime1.ptb.de
 9 Jun 06:50:29 ntpdate[31880]: adjust time server 192.53.103.108 offset 0.000311 sec
sudo service ntp start

Weblinks[edit | edit source]