Vbackup

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vbackup ist ein modulares Backup-Programm, das aus einer Sammlung von Skripten (Module genannt) besteht, mit denen verschiedene Backup-Aufgaben erledigt werden können. Da es modular aufgebaut ist kann es auch durch eigene Skripte ergänzt werden. Von sich aus beherrscht vbackup folgende Aufgaben, in vbackup "Backupstrategie" genannt:

  • Backup des Filesystems mit Hilfe von tar und find
  • Backup des XFS-Filesystems mittels xfsdump
  • Backup von PostgreSQL-Datenbanken
  • MySQL-Datenbanken Backup
  • Liste der installierten Pakete
  • Backup von MBRs, der Partitionstabelle und Infos über Software RAIDs (mdadm) sowie Logical Volume Manager (LVM)
  • OpenLDAP Backup
  • Verschlüsselung mit gpg oder x509 Zertifikaten mit Hilfe von openssl

mit dem Kommando

vbackup --list

erhält man eine Auflistung dieser Module

die Backups können lokal oder auf einem gemounteten NFS-Laufwerk gespeichert werden. Mittels scp ist auch die Übertragung auf einen entfernten Host möglich.

Konfiguration[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für leichtere Konfiguration existiert ein Konfigurations-Wizard. Für den ersten Start empfiehlt es sich diesen Wizard zu starten

sudo vbackup-wizard

und dessen Fragen zu beantworten. Wenn man sich bei Fragen nicht sicher ist, sollte man es mit der Default-Antwort versuchen, die durch ein einfaches Enter ausgewählt wird. Für alle, die Probleme mit englisch haben, hier eine sinngemäße Übertragung der Fragen:

Fragen von vbackup-wizard
englisch deutsch Erläuterung bzw. vorgeschlagene Antwort
Enter the backup strategy name Name der Backupstrategie hier sollte ein sprechender Name gewählt werden, z.B. DB-Backup. Dies dient nur dazu, um verschiedene Backupstrategien starten zu können, z.B. ein Backup, das alles sichert und ein anderes, das nur die Datenbanken sichert. Der Name kann auch leer bleiben für die häufigste Backupstrategie oder wenn man nur eine benötigt.
Cleanup the destination directory? soll das Backup-Verzeichnis vor dem Backup aufgeräumt werden? y
Backup dpkg database? Liste installierter Pakete sichern empfiehlt sich für eine eventuelle Wiederherstellung, also y
Backup RPM database Liste der RPM-Pakete sichern MX verwendet keine RPM-Pakete -> n
Backup Master Boot Records and other related information? Backup Master Boot Record (MBR) und verwandte Optionen? y
Perform PostgreSQL backup? PostgreSQL-DB sichern? beantwortet man dies mit y wird man anschliessend noch nach dem Namen vom PostgreSQL-Administrator und -User gefragt
Perform MySQL backup? MySQL-DB sichern?
Use /etc/mysql/debian.cnf? für die Sicherung von MySQL die Konfigurationsdatei debian.cnf einlesen? y
Backup OpenLDAP database? OpenLDAP DB sichern
Backup system configuration? System-Konfiguration sichern? y
Which directories contain configuration files? /etc /boot Verzeichnisse, die Konfigurationsdateien enthalten der Vorschlag /etc /boot kann in der Regel übernommen werden. Die persönlichen konfigurationsdateien in ~/.config werden durch die Sicheung des Homeverzeichnisses berücksichtigt
Backup /home directory? das gesamte Homeverzeichnis sichern, d.h. die Homeverzeichnisse aller User y
Other directories to backup? weitere zu sichernde Verzeichnisse? bei Bedarf die Verzeichnisse eintragen (duch Leerzeichen getrennt)
Do you want to calculate md5sums of your backups? Überprüfung des Backups durch MD5-Checksummen? empfehlenswert, da so die Korrektheit des Backups überprüft werden kann. Bei grossen Backups geht dies aber zu Kosten der Rechenzeit.

Überprüfung ist mit

md5sum -c md5sums

möglich

Copy backups to a remote location using SCP? soll das Backup auf einem entfernten Rechner mittels scp abgelegt werden? empfehlenswert, man muss aber mit scp Zugang zum entfernten Rechner haben
Where to place backups? wo sollen die Backups gespeichert werden? am besten ein Verzeichnis auf einer externen Festplatte, die lokal gemountet wird

Nach Beendigung des Konfigurationwizards liegen die erzeugten Konfigurationsdateien in einem Unterverzeichnis von /etc/vbackup/, dessen Namen mit dem Namen der Backup-Strategie so gebildet wird:

rc.<STRATEGIE>.d

hat man beim Strategienamen nichts eingegeben, so ergibt sich der Verzeichnisname rc.d, heisst die Strategie z.B. db, so erhält man ein Unterverzeichnis rc.db.d

Die dortigen Dateien können bei Bedarf auch von Hand bearbeitet werde. Die Korrektheit der Konfiguration kann mit

sudo vbackup --check

überprüft werden.

Nach der Erstellung mit dem Konfigurationswizard ist dies vielleicht nicht unbedingt notwendig, hat man jedoch etwas von Hand verändert sollte man dies unbedingt tun.

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hat man die Konfiguration erfolgreich hinter sich gebracht und keine Sonderwünsche, so kann man das erste Backup mit

sudo vbackup STRATEGIENAME 0

starten, wobei STRATEGIENAME durch den gewählten Strategienamen ersetzt wird. Hat man keinen Namen festgelegt, bzw. möchte man die "Hauptstretgie" ohne Namen starten, so kann der Name auch weggelassen werden. Die 0 bezeichnet den Backuplevel. Davon existieren im Moment zwei Level

0 = Vollbackup (default)
5 = inkrementelles Backup

da 0 default ist, kann es ebenfalls weggelassen werden, so dass der kürzeste Aufruf so aussieht

sudo vbackup

dabei werden sämtliche Backupaufgaben als Vollbackup durchgeführt, die in der Konfiguration ohne Namen der Backupstrategie, bzw. mit leerem Namen definiert wurden.

Level 5 Backups, also inkrementelle Backups sind aber nur für Backups von Filesystemen möglich, andere Backups wie z:b. Backups von Datenbanken werden immer als Vollbackup durchgeführt.