Timeshift: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Datei:Timeshift.png|mini|Hauptfenster von timeshift]]
 
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Timeshift ist ein [[Backup|Backuptool]], das im Hintergrund in regelmäßigen Abständen automatische Schnappschüsse der Systemdateien erzeugt. Dazu kann rsync oder (wenn vorhanden) BTRFS benutzt werden. Bei Bedarf kann auch das Homeverzeichnis gesichert werden. Die Benutzung von Timeshift kann per Kommandozeile oder GUI erfolgen.
 
Timeshift ist ein [[Backup|Backuptool]], das im Hintergrund in regelmäßigen Abständen automatische Schnappschüsse der Systemdateien erzeugt. Dazu kann rsync oder (wenn vorhanden) BTRFS benutzt werden. Bei Bedarf kann auch das Homeverzeichnis gesichert werden. Die Benutzung von Timeshift kann per Kommandozeile oder GUI erfolgen.
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==Einrichtungsassistent ==
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Beim ersten Aufruf von timeshift öffnet sich der Einrichtungsassistent und bietet Auswahlmöglichkeiten an. Dabei wird im unteren Bereich eine ausführliche deutschsprachige Erläuterung zu den einzelnen Punkten angeboten. Es ist empfehlenswert, sich dies wenigstens einmal durchzulesen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, was bei timeshift hinter den Kulissen passiert und so auch die für sich optimale Auswahl treffen zu können.
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Der Reihe nach werden folgende Fragen bzw. Auswahlmöglichkeiten angezeigt:
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* Schnappschusstyp auswählen
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* Schnappschussort auswählen
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* Schnappschussebenen auswählen
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* Persönliche Ordner der Benutzer
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=== Schnappschusstyp auswählen ===
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Hier werden die Möglichkeiten rsync oder BTRFS angeboten. BTRFS kann nur angewählt werden, wenn das ganze System auf einer BTRFS-formatierten Festplatte angelegt wurde und diese ausserdem die BTRFS-typischen Subvolumes (z.B. @home) besitzen. Die so erstellten Schnappschüsse werden auch auf dem gleichen Systemlaufwerk abgelegt. Dies hat den Vorteil, dass es sehr schnell erfolgt, aber auch den gravierenden Nachteil, dass sich Daten und deren Sicherung auf dem gleichen Laufwerk befinden. Wird das Laufwerk unbrauchbar, sind nicht nur die Daten, sondern auch deren Sicherung hinüber.
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Deshalb wird hier in der Folge nur noch auf rsync-Backups eingegangen.
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rsync sichert Daten auf jedem Laufwerk, dass in einem Linux-Dateisystem formatiert ist, die Sicherung kann also z.B. nicht auf einem NTFS-Dateisystem erfolgen. Die Sicherung auf einem Systemlaufwerk wäre möglich, ist aber aus den gleichen Gründen wie bei BTRFS (Laufwerk kaputt = auch Backup kaputt) nicht empfehlenswert. Die Sicherung sollte also am besten auf einem externen Laufwerk erfolgen. Da die Sicherung der Daten jedoch in der Regel im Hintergrund, ohne weiteres Zutun des Users erfolgt, empfiehlt sich ein Laufwerk, das beim Hochfahren automatisch gemountet wird.
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Man kann Backups auch von Hand auslösen, in diesem Fall wäre es also möglich, ein Laufwerk als Sicherung zu verwenden, das erst bei Bedarf angeschlossen wird. Dabei verliert man aber den grossen Vorteil des automatisch im Hintergrund ablaufenden Backups.
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Per Default werden nur die Systemdateien gesichert, also nicht das Homeverzeichnis. Dies kann aber problemlos im nächsten Schritt nachgeholt werden, sowie überhaupt Dateien und Verzeichnisse nach Belieben für die Sicherung ein- oder ausgeschlossen werden können.
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Wie bei allen rsync-basierten Backupsystemen wird nur beim ersten Mal die gesamte Sicherung komplett abgespeichert. Bei den nachfolgenden Sicherungen werden veränderte Dateien inkrementell abgespeichert (nur was sich verändert hat) und unveränderte Dateien als Hardlinks (eine Art Verknüpfung auf die Ursprungsdatei) gespeichert. Dadurch werden in der Regel die nachfolgenden Sicherungen sehr klein. In einem weiteren Schritt kann man einstellen, wie oft diese inkrementellen Sicherungen durchgeführt werden sollen, bevor wieder eine Vollsicherung erfolgt.
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=== Schnappschussort auswählen ===
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um die Auswahl für den Backup-Ort zu erleichtern wird hier zuerst die Größe des Systems ermittelt und alle verfügbaren Speichermedien angezeigt. Bei Medien, die zu klein sind, erfolgt eine Warnung "nicht genügend Speicherplatz". Wählt man trotzdem (oder aus Versehen) ein zu kleines Speichermedium, so öffnet sich ein Warnfenster in dem darauf hingewiesen und die Möglichkeit erwähnt wird, mit einem geeigneten externen Werkzeug mehr freien Speicherplatz zu schaffen. Mit dieser Hilfe kann dann das passende Speichermedium ausgewählt werden.
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=== Schnappschussebenen auswählen ===
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hier kann man auswählen, ich welchen Zeitabständen Backups ausgeführt werden sollen ('''monatlich''', '''wöchentlich''', '''täglich''', '''stündlich''' und '''beim Systemstart''') und wieviele Backups für den betreffenden Zeitraum jeweils aufgehoben werden sollen, bis die ältesten wieder mit neueren Backups überschrieben werden. Wählt man z.B. für "täglich" sieben Backups, so hat man alle Backups von Montags bis Sonntags zur Verfügung, und erst wenn die nächste Woche am Montag beginnt, wird das Backup vom vorigen Montag überschrieben. Ähnliches lässt sich für alle anderen Zeiträume einstellen.
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Dabei werden Backups immer nur dann ausgeführt, wenn noch genügend Speicherplatz vorhanden ist. Durch die weiter oben beschriebene inkrementelle Speicherung und die Verwendung von Hardlinks kann man allerdings sehr weit kommen. Trotzdem sollte man sich einen für seine Bedürfnisse passenden Zeit- und Wechselplan ausdenken. Bei der monatlichen Speicherung z.B. sechs oder gar zwölf Backups aufzuheben ist zwar möglich, jedoch wird es nur in seltenen Fällen sinnvoll sein, auf ein Backup von vor einem halben, oder gar einem ganzen Jahr zurückzugreifen. Aber wie gesagt, ist es eigentlich nur eine Frage von ausreichendem Speicherplatz. Auf die Schnelligkeit des Backups hätte es keine spürbaren Auswirkungen.
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Als einen weiteren Unterpunkt kann man auswählen, ob der Cron-Dienst E-Mails über erledigte Backup-Aufgaben an den User senden soll oder nicht. Die Formulierung dieser Option mit ''"Cron-E-Mails für geplante Aufgaben anhalten"'' ist etwas unglücklich weil missverständlich formuliert. Wählt man diese Option an, werden lediglich keine Mails über die Erledigung der Backup-Aufgaben verschickt. Sonstige Cronjobs, die nichts mit Timeshift zu tun haben und Mails versenden sollen, tun dies aber weiterhin. Wenn man nicht gerade nur wöchentliche oder gar monatliche Backups ausgewählt hat, wird man wahrscheinlich diese Option anwählen, um die tägliche oder gar stündliche Mailflut nicht noch zu erhöhen. Für eventuelle Kontrollen gibt es ja auch noch eine Logfunktion von timeshift. Aber letztendes ist das An- oder Abwählen dieser Option wie immer eine persönliche Ermessensfrage.
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=== Persönliche Ordner der Benutzer ===
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hier kann man die Homeverzeichnisse der User (einschliesslich /root), die per Default nicht gesichert werden, mit in das Backup einbeziehen. Dabei hat man für jedes Homevezeichnis die Wahl, entweder alles auszuschliessen (default), nur die versteckten Einträge einzuschliesen (wichtig wenn man nur die Konfigurationseinstellungen sichern möchte) oder alles einzuschliessen. Ein feineres Ein- oder Ausschliessen von Dateien und Verzeichnissen kann man an anderer Stelle außerhalb des Einrichtungsassistenten durch reguläre Ausdrücke regeln.
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Hat man alles eingestellt, öffnet sich noch ein Fenster '''"Einrichtung vollständig"''' mit einer summarischen Zusammenfassung. Ist man damit zufrieden, kann das Fenster geschlossen werden und timeshift mit seiner Arbeit beginnen. Wenn man feststellt, daß man etwas vergessen hat, oder doch anders einrichten möchte, so gibt es hier (wie in jedem anderen Fenster auch) den "Zurück-Button", und man kann so bei jedem Punkt noch Änderungen vornehmen.
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== Weblinks ==
 
== Weblinks ==
 
* [https://www.wpavel.de/linuxhelfer/timeshift.php Wie man Timeshift als universelles Backup-Werkzeug verwenden kann.] (sehr intuitiver Beitrag von Wolfgang Pavel)
 
* [https://www.wpavel.de/linuxhelfer/timeshift.php Wie man Timeshift als universelles Backup-Werkzeug verwenden kann.] (sehr intuitiver Beitrag von Wolfgang Pavel)

Version vom 12. Januar 2021, 21:26 Uhr

Hauptfenster von timeshift

Timeshift ist ein Backuptool, das im Hintergrund in regelmäßigen Abständen automatische Schnappschüsse der Systemdateien erzeugt. Dazu kann rsync oder (wenn vorhanden) BTRFS benutzt werden. Bei Bedarf kann auch das Homeverzeichnis gesichert werden. Die Benutzung von Timeshift kann per Kommandozeile oder GUI erfolgen.

Einrichtungsassistent

Beim ersten Aufruf von timeshift öffnet sich der Einrichtungsassistent und bietet Auswahlmöglichkeiten an. Dabei wird im unteren Bereich eine ausführliche deutschsprachige Erläuterung zu den einzelnen Punkten angeboten. Es ist empfehlenswert, sich dies wenigstens einmal durchzulesen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, was bei timeshift hinter den Kulissen passiert und so auch die für sich optimale Auswahl treffen zu können.

Der Reihe nach werden folgende Fragen bzw. Auswahlmöglichkeiten angezeigt:

  • Schnappschusstyp auswählen
  • Schnappschussort auswählen
  • Schnappschussebenen auswählen
  • Persönliche Ordner der Benutzer

Schnappschusstyp auswählen

Hier werden die Möglichkeiten rsync oder BTRFS angeboten. BTRFS kann nur angewählt werden, wenn das ganze System auf einer BTRFS-formatierten Festplatte angelegt wurde und diese ausserdem die BTRFS-typischen Subvolumes (z.B. @home) besitzen. Die so erstellten Schnappschüsse werden auch auf dem gleichen Systemlaufwerk abgelegt. Dies hat den Vorteil, dass es sehr schnell erfolgt, aber auch den gravierenden Nachteil, dass sich Daten und deren Sicherung auf dem gleichen Laufwerk befinden. Wird das Laufwerk unbrauchbar, sind nicht nur die Daten, sondern auch deren Sicherung hinüber.

Deshalb wird hier in der Folge nur noch auf rsync-Backups eingegangen.

rsync sichert Daten auf jedem Laufwerk, dass in einem Linux-Dateisystem formatiert ist, die Sicherung kann also z.B. nicht auf einem NTFS-Dateisystem erfolgen. Die Sicherung auf einem Systemlaufwerk wäre möglich, ist aber aus den gleichen Gründen wie bei BTRFS (Laufwerk kaputt = auch Backup kaputt) nicht empfehlenswert. Die Sicherung sollte also am besten auf einem externen Laufwerk erfolgen. Da die Sicherung der Daten jedoch in der Regel im Hintergrund, ohne weiteres Zutun des Users erfolgt, empfiehlt sich ein Laufwerk, das beim Hochfahren automatisch gemountet wird.

Man kann Backups auch von Hand auslösen, in diesem Fall wäre es also möglich, ein Laufwerk als Sicherung zu verwenden, das erst bei Bedarf angeschlossen wird. Dabei verliert man aber den grossen Vorteil des automatisch im Hintergrund ablaufenden Backups.

Per Default werden nur die Systemdateien gesichert, also nicht das Homeverzeichnis. Dies kann aber problemlos im nächsten Schritt nachgeholt werden, sowie überhaupt Dateien und Verzeichnisse nach Belieben für die Sicherung ein- oder ausgeschlossen werden können.

Wie bei allen rsync-basierten Backupsystemen wird nur beim ersten Mal die gesamte Sicherung komplett abgespeichert. Bei den nachfolgenden Sicherungen werden veränderte Dateien inkrementell abgespeichert (nur was sich verändert hat) und unveränderte Dateien als Hardlinks (eine Art Verknüpfung auf die Ursprungsdatei) gespeichert. Dadurch werden in der Regel die nachfolgenden Sicherungen sehr klein. In einem weiteren Schritt kann man einstellen, wie oft diese inkrementellen Sicherungen durchgeführt werden sollen, bevor wieder eine Vollsicherung erfolgt.

Schnappschussort auswählen

um die Auswahl für den Backup-Ort zu erleichtern wird hier zuerst die Größe des Systems ermittelt und alle verfügbaren Speichermedien angezeigt. Bei Medien, die zu klein sind, erfolgt eine Warnung "nicht genügend Speicherplatz". Wählt man trotzdem (oder aus Versehen) ein zu kleines Speichermedium, so öffnet sich ein Warnfenster in dem darauf hingewiesen und die Möglichkeit erwähnt wird, mit einem geeigneten externen Werkzeug mehr freien Speicherplatz zu schaffen. Mit dieser Hilfe kann dann das passende Speichermedium ausgewählt werden.

Schnappschussebenen auswählen

hier kann man auswählen, ich welchen Zeitabständen Backups ausgeführt werden sollen (monatlich, wöchentlich, täglich, stündlich und beim Systemstart) und wieviele Backups für den betreffenden Zeitraum jeweils aufgehoben werden sollen, bis die ältesten wieder mit neueren Backups überschrieben werden. Wählt man z.B. für "täglich" sieben Backups, so hat man alle Backups von Montags bis Sonntags zur Verfügung, und erst wenn die nächste Woche am Montag beginnt, wird das Backup vom vorigen Montag überschrieben. Ähnliches lässt sich für alle anderen Zeiträume einstellen.

Dabei werden Backups immer nur dann ausgeführt, wenn noch genügend Speicherplatz vorhanden ist. Durch die weiter oben beschriebene inkrementelle Speicherung und die Verwendung von Hardlinks kann man allerdings sehr weit kommen. Trotzdem sollte man sich einen für seine Bedürfnisse passenden Zeit- und Wechselplan ausdenken. Bei der monatlichen Speicherung z.B. sechs oder gar zwölf Backups aufzuheben ist zwar möglich, jedoch wird es nur in seltenen Fällen sinnvoll sein, auf ein Backup von vor einem halben, oder gar einem ganzen Jahr zurückzugreifen. Aber wie gesagt, ist es eigentlich nur eine Frage von ausreichendem Speicherplatz. Auf die Schnelligkeit des Backups hätte es keine spürbaren Auswirkungen.

Als einen weiteren Unterpunkt kann man auswählen, ob der Cron-Dienst E-Mails über erledigte Backup-Aufgaben an den User senden soll oder nicht. Die Formulierung dieser Option mit "Cron-E-Mails für geplante Aufgaben anhalten" ist etwas unglücklich weil missverständlich formuliert. Wählt man diese Option an, werden lediglich keine Mails über die Erledigung der Backup-Aufgaben verschickt. Sonstige Cronjobs, die nichts mit Timeshift zu tun haben und Mails versenden sollen, tun dies aber weiterhin. Wenn man nicht gerade nur wöchentliche oder gar monatliche Backups ausgewählt hat, wird man wahrscheinlich diese Option anwählen, um die tägliche oder gar stündliche Mailflut nicht noch zu erhöhen. Für eventuelle Kontrollen gibt es ja auch noch eine Logfunktion von timeshift. Aber letztendes ist das An- oder Abwählen dieser Option wie immer eine persönliche Ermessensfrage.

Persönliche Ordner der Benutzer

hier kann man die Homeverzeichnisse der User (einschliesslich /root), die per Default nicht gesichert werden, mit in das Backup einbeziehen. Dabei hat man für jedes Homevezeichnis die Wahl, entweder alles auszuschliessen (default), nur die versteckten Einträge einzuschliesen (wichtig wenn man nur die Konfigurationseinstellungen sichern möchte) oder alles einzuschliessen. Ein feineres Ein- oder Ausschliessen von Dateien und Verzeichnissen kann man an anderer Stelle außerhalb des Einrichtungsassistenten durch reguläre Ausdrücke regeln.

Hat man alles eingestellt, öffnet sich noch ein Fenster "Einrichtung vollständig" mit einer summarischen Zusammenfassung. Ist man damit zufrieden, kann das Fenster geschlossen werden und timeshift mit seiner Arbeit beginnen. Wenn man feststellt, daß man etwas vergessen hat, oder doch anders einrichten möchte, so gibt es hier (wie in jedem anderen Fenster auch) den "Zurück-Button", und man kann so bei jedem Punkt noch Änderungen vornehmen.

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