Fluxbox

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fluxbox

Bei Fluxbox handelt es sich um einen ressourcenschonenden Fenstermanager, der aber trotzdem extrem konfigurierbar ist. Es lassen sich Fenstertabs, Tastaturkürzel, eine Werkzeug- und Symbolleiste sowie das Aussehen der Anwendungsfenster mittels reiner Textdateien konfigurieren. Entstanden ist er als eine Abspaltung (Fork) vom Fenstermanager Blackbox, dem er auch sehr ähnelt. Wegen seines geringen Ressourcenverbrauchs eignet sich Fluxbox sehr gut für ältere Rechner. Fluxbox arbeitet aber auch mit Gnome und KDE gut zusammen.

Das Hauptmenu erreicht man durch einen Rechtsklick auf die Fensteroberfläche.

Installation

sudo apt-get install fluxbox

Eine neuere Version MX-Fluxbox 2.0 steht inzwischen als Testversion zum Download bereit.

Um vernünftig mit fluxbox arbeiten zu können sollten mindestens noch diese Pakete installiert werden:

  • mx-fluxbox (MX Default Konfiguration für fluxbox)
  • fbautostart (zur Verwaltung der Programme, die automatisch gestartet werden sollen)
  • fbpanel (kleines und Desktop-unabhängiges Panel)
  • fbpager (Verwaltung von mehreren Desktops)

weitere kleine nützliche Anwendungen für fluxbox:

  • bbmail (meldet neue Mails)
  • bbpager (Pager, ähnlich fbpager)
  • bbrun (ein »Befehl ausführen«-Dialog für die Fenstermanager blackbox/fluxbox)
  • bbtime (Zeit-Tool für den Blackbox/Fluxbox Windowmanager)
  • idesk (ermöglicht das Erstellen von Icons auf dem Desktop, mit denen beliebige Anwendungen durch einen Mausklick gestartet werden können)

Tabbing

Fluxbox bietet die Möglichkeit, mehrere Anwendungsfenster zu einem Fenster zusammenzufassen (sogenanntes "Tabbing"). Dies ist ähnlich wie bei Browsern, wo ja auch mehrere Internetseiten in verschiedenen Tabs untergebracht werden können. Diese verschiedenen Anwendungen teilen sich sozusagen ein Fenster, das heisst, sie haben alle die gleichen Fensterabmessungen, befinden sich an der gleichen Stelle und können auch nur gleichzeitig verschoben werden. Die Namen der Anwendungen erscheinen in kleinen Tabs in der Fensterleiste und können dort durch Anklicken ausgewählt werden.

Das Gruppieren (Tabbing) von Anwendungen geschieht durch das in der Datei ~/.fluxbox/keys definierte Maus Kommando StartTabbing. In MX-18 handelt es sich dabei um dieses Kommandozeile

OnTitlebar Control Mouse1 :StartTabbing

dies bedeutet, daß man den Mauscursor auf die Titelleiste der betreffenden Anwendung bewegen muss, dort gleichzeitiges Drücken der Control/Strg-Taste und linker Maustaste. Damit kann man dann die Titelleiste auf die gewünschte andere Anwendung bewegen und hat anschliessend beide Anwendungen gruppiert.

Konfiguration

Wer ganz schnell zu einer brauchbaren Konfiguration kommen möchte, kann das Paket mx-fluxbox installieren. Nach dem Aufruf wird das Konfigurationsverzeichnis von Fluxbox ~/.fluxbox/ neu angelegt und mit vernünftigen Konfigurationsdateien gefüllt. Ein schon vorhandenes Verzeichnis ~/.fluxbox/ wird dabei nicht überschrieben, sondern als ~/.fluxbox_BAK/ gesichert. Wichtig ist dabei aber, daß damit nicht mehr die Datei ~/.fluxbox/menu, sondern ~/.fluxbox/menu-mx als Grundlage für das Anwendungsmenu benutzt wird. Dies geschieht durch diesen Eintrag in der Datei ~/.fluxbox/init

session.menuFile:	~/.fluxbox/menu-mx

Eine weitere, zusätzliche Möglichkeit Einstellungen vorzunehmen kann direkt über das Desktop-Menu (Rechtsklick auf den Desktop) erfolgen. Dort gibt es einen Menupunkt "Konfiguration" mit folgenden Punkten:

  • Fokustyp
  • Maximierungseinstellungen
  • Tab-Einstellungen
  • Transparenz
  • Slit-Einstellungen (Slit ist ein Bereich, in dem kleine DockApps plaziert werden)
  • Toolbar-Einstellungen
  • soll der Fensterinhalt beim Verschieben angezeigt werden?
  • sollen Fenster über Desktopgrenzen verschoben werden?

außerdem existiert ein weiterer Punkt, um die Arbeitsflächen einzurichten (Anzahl, Namen) und eine große Anzahl (mehr als 30) von auswählbaren Styles.

Anwendungsmenu

Beim Anwendungsmenu von Fluxbox handelt es sich um ein sogenanntes Kontextmenu, d.h. es wird durch einen Rechtsklick auf die Desktopoberfläche geöffnet. Die Konfigurationsdatei ist ~/.fluxbox/menu. Dieser Ort kann durch einen Eintrag in der allgemeinen Konfigurationsdatei von Fluxbox ~/.fluxbox/init verändert werden

session.menuFile:       ~/.fluxbox/menu

aber dazu besteht in den wenigsten Fällen eine Notwendigkeit.

Fluxbox-Menu mit mehreren Ebenen

Durch Editieren der Datei ~/.fluxbox/menu kann man das Anwendungsmenu beliebig an seine Vorstellungen anpassen. Um dies zu erklären zuerst ein Blick in diese Datei

[begin] (Fluxbox)
  [submenu] (Anwendungen) {}
     [submenu] (Netzwerk) {mein Netzwerk} </usr/share/icons/Faenza/places/24/network.png>
        [submenu] (Dateiübertragung) {}
           [exec] (Transmission BitTorrent Client (GTK\)) {/usr/bin/transmission-gtk} </usr/share/pixmaps/transmission.xpm>
        [end]
        [submenu] (Kommunikation) {}
           [exec] (Irssi) { x-terminal-emulator -T "Irssi" -e /usr/bin/irssi} <>
           [exec] (s-nail) { x-terminal-emulator -T "s-nail" -e /usr/bin/s-nail} <>
           [exec] (Telnet) { x-terminal-emulator -T "Telnet" -e /usr/bin/telnet.netkit} <>
           [exec] (Xbiff) {xbiff} <>
        [end]
        [submenu] (Überwachung) {}
           [exec] (Mtr) {mtr} <>
           [exec] (nmapsi4) {/usr/bin/nmapsi4} <>
        [end]
        [submenu] (Web-Surfen) {}
           [exec] (ELinks WWW browser) { x-terminal-emulator -T "ELinks WWW browser" -e /usr/bin/elinks} <>
           [exec] (Lynx) { x-terminal-emulator -T "Lynx" -e lynx} <>
           [exec] (w3m) { x-terminal-emulator -T "w3m" -e /usr/bin/w3m /usr/share/doc/w3m/MANUAL.html} <>
        [end]
     [end]
     [submenu] (Audio) {}
        [exec] (flake) { x-terminal-emulator -T "flake" -e /usr/bin/flake} <>
        [exec] (pavucontrol) {/usr/bin/pavucontrol} <>
     [end]
   [end]
 [end]

Ohne das jetzt immer wieder zu erwähnen, sollten die Abschnitte ordentlich mit [end] geschlossen werden. Nun zu den einzelnen Punkten:

Das ganze Menu wird mit [begin] und [end] eingeschlossen.

  • [submenu] leitet einen Abschnitt ein, der Text in Klammern erscheint als Bezeichnung des Menupunktes. Diese Abschnitte können beliebig tief gestaffelt werden, wie hier z.B. bei
[submenu] (Anwendungen) {}
   [submenu] (Netzwerk) {mein Netzwerk} </usr/share/icons/Faenza/places/24/network.png>
      [submenu] (Dateiübertragung)

Die Texte in geschweiften Klammern sind optional und eine Art Überschrift im jeweiligen Abschnitt. Werden sie weggelassen erscheint der Name des übergeordneten Abschnittes als Titel. Ebenfalls optional ist der Text in den Kleiner- und Grösser-Zeichen, mit dem der Pfad zu einem Icon angegeben werden kann.

  • [exec] leitet die Zeile zu den ausführbaren Programmen ein. Auch hier ist der Text in () der anzuzeigende Name. In {} wird der auszuführende Befehl mit möglichen Optionen angeführt und wiederum in <> optional der Pfad zum Programm-Icon.

Weitere Elemente:

 [nop] {-----}
 [config] (Configuration)
 [submenu] (Styles) {}
    [stylesdir] (/usr/share/fluxbox/styles)
    [stylesdir] (~/.fluxbox/styles)
 [end]
 [workspaces] (Workspaces)
 [reconfig] (Reconfigure)
 [restart] (Restart)
 [exit] (Exit)
  • [nop] {-----}
    • zum Trennen bzw. zur Gliederung des Menus
  • [stylesdir] (/usr/share/fluxbox/styles)
    • in () Pfad zum Style-Verzeichnis (es können mehrere Pfade angegeben werden). Beim Anklicken öffnet sich Auswahlmenu zum Style
  • [workspaces] (Workspaces)
    • Menupunkt um Anzahl und Namen der Workspaces zu bearbeiten
  • [reconfigure] (Reconfigure)
    • wurden Änderungen an der Konfiguration von Fluxbox vorgenommen dient dieser Menupunkt dazu, die Änderungen dauerhaft zu speichern
  • [restart] (Restart)
    • startet Fluxbox neu (nur Fluxbox, nicht etwa das ganze System)
  • [exit] (Exit)
    • Verlassen der Sitzung

Autostart

Anwendungen die gleichzeitig mit Fluxbox gestartet werden sollen, trägt man in die Datei ~/.fluxbox/startup ein. Pro Zeile wird eine Anwendung eingetragen. Bei eigenen Anwendungen empfiehlt es sich den vollen Pfad anzugeben. Sollte also einmal eine Anwendung nicht starten, kann man dies nochmals mit der vollen Pfadangabe versuchen. Auf jeden Fall muss man beachten, ob die Anwendung nur einmalig starten oder im Hintergrund weiterlaufen soll. Im letzen Fall müssen sie mit dem &-Zeichen als Hintergrund-Prozess gestartet werden. Fluxbox muss unbedingt als letztes gestartet werden.

xmodmap "/home/gosia/.Xmodmap"  # Tasten- und Mausbelegung anpassen
nm-applet &     # Netzwerkmanager
volumeicon &    # Lautstärkeregelung
xscreensaver &  # Screensaver
fdpowermon &    # Akkuinformationen
exec fluxbox

Desktop Hintergrund

Um den Desktop-Hintergrund zu setzen gibt es zwei Befehle:

  • fbsetroot
  • fbsetbg

fbsetroot

mit fbsetroot beherrscht nur Hintergrundfarben aber keine Bilder. Man kann damit eine einfache, solide Hintergrundfarbe setzen

fbsetroot -solid red  # roter Hintergrund

Statt der Farbnamen kann überall auch die RGB-Farbnotierung benutzt werden:

fbsetroot -solid rgb:40/60/75

die HTML-Notierung ist ebenfalls immer möglich, muss aber in Anführungszeichen gesetzt werden:

fbsetroot -solid "#00ff00"

Es sind Farbverläufe möglich:

fbsetroot -gradient Horizontal -from green -to blue  # horizontaler Farbverlauf von grün nach blau

für die Option -gradient gibt es folgende Werte, von denen einer gesetzt werden muss:

  • Horizontal
  • Vertical
  • Diagonal
  • Crossdiagonal
  • Pipecross
  • Elliptic
  • Rectangle
  • Pyramid

zweifarbige Kästchenmuster erhält man mit diesem Kommando:

fbsetroot -mod 10 20 -bg black -fg grey
# je kleiner die Zahlen hinter -mod sind, desto kleiner werden die Kästchen (1. Zahl x-Achse, 2. Zahl y-Achse)
# -bg = Inhalt der Kästchen, fg = Farbe der Kästchenumrandung

fbsetbg

fsetbg ist mächtiger als fbsetroot, weil damit sowohl Hintergrundfarben und -muster als auch Hintergrundbilder gesetzt werden können.

Optionen:

-f file  # fullscreen Wallpaper
-c file  # zentriertes Wallpaper
-t file  # gekacheltes (tiled) Wallpaper
-a file  # Wallpaper wird maximiert unter Beibehaltung der Seitenverhältnisse. Ist das nicht möglich, wird Option -f benutzt
-r verzeichnis  # setzt ein aus dem Verzeichnis zufällig ausgewähltes Bild als Wallpaper 
-l       # benutzt das vorherige Wallpaper
-i       # zeigt mögliche Hilfsprogramme an (wpsetters genannt), die für das Setzen des Hintergrundes benutzt werden können
-p       # gibt Tipps zum Gebrauch von fsetbg
-b fbsetrootoptions # für fbsetrootoptions werden die gleichen Optionen wie bei fbsetroot benutzt (s.o.), z.B.:
fbsetbg -b -solid blue

fbsetbg unterstützt die Erinnerung an den zuletzt eingestellten Bildschirmhintergrund, so dass man nicht den Stil oder die Init-Datei bearbeiten muss, um den Bildschirmhintergrund zu ändern. Dies wird ermöglicht, indem fsetbg den zuletzt benutzten Befehl in die Datei ~/.fluxbox/lastwallpaper schreibt, z.B.:

wpsetters feh
fbsetroot|-solid blue||:0.0

Wird dies nicht gewünscht, so können die Optionen -f, -c, -t, -a, -b und -r in Grossbuchstaben geschrieben werden, damit sich fsetbg nicht daran "erinnert".

Tastaturkombinationen

Tastaturkombination um z.B. Anwendungen zu starten, werden in der Datei ~/.fluxbox/keys definiert. Durch einen Eintrag in der Datei ~/.fluxbox/init könnte dafür auch eine andere Datei festgelegt werden:

session.keyFile:	~/.fluxbox/meineTasten

Notwendig ist dies jedoch in den seltensten Fällen, ein Beispiel wäre es, wenn man eine systemweite Datei für Tastaturkommandos anlegen möchte.

Der Aufbau dieser Datei ist einfach, jedes Tastaturkommando wird in dieser Form in eine Zeile geschrieben:

Mod key :'Kommando' [Argumente ...]

Wichtig ist, daß zwischen Key und dem Doppelpunkt vor dem Kommando (Aktion) unbedingt ein Leerzeichen stehen muss.

Mod ("modifier") ist meist eine dieser berühmten "Supertasten", wie z.B. ALT, STRG oder die oft mit dem Logo einer weltweit agierenden Computerfirma versehene Taste, meist "Super" oder "Supertaste" genannt. Um die Sache etwas spannender zu machen, werden die gebräuchlichsten Modifier nicht mit ihrem Namen, also z.B. ALT, in die Datei keys eingetragen, sondern es wird die Abkürzung mod versehen mit einer Nummerierung benutzt. Um zu sehen welche Tasten mit welcher Abkürzung benutzt werden, kann man das Kommando

xmodmap -pm

eingeben und erhält in etwa diese Ausgabe:

xmodmap:  up to 4 keys per modifier, (keycodes in parentheses):
shift       Shift_L (0x32),  Shift_R (0x3e)
lock        Caps_Lock (0x42)
control     Control_L (0x25),  Control_R (0x69)
mod1        Alt_L (0x40),  Meta_L (0xcd)
mod2        Num_Lock (0x4d)
mod3      
mod4        Super_L (0x85),  Super_R (0x86),  Super_L (0xce),  Hyper_L (0xcf)
mod5        ISO_Level3_Shift (0x5c),  Mode_switch (0xcb)

Hier wäre also mod2 die Numlock-Taste und mod3 ist nicht benutzt. Statt dieser Abkürzungen können auch die ausgegebenen Keycodes benutzt werden. Kennt man die Keycodes nicht, so können sie auch durch dieses Kommando ermittelt werden:

xev | grep keycode

grep keycode ist nicht unbedingt notwendig, vereinfacht aber die Sache, weil so nur die relevante Zeile mit den Keycodes ausgegeben wird. So erhält man z.B. beim Drücken der "Einfügen/Insert-Taste" des Nummerblocks folgende Ausgabe

state 0x0, keycode 90 (keysym 0xff9e, KP_Insert), same_screen YES

Keycode für diese Taste ist also 90.

Die Angabe mehrerer Modifier ist ebenfalls möglich, sie werden dann einfach durch ein Leerzeichen getrennt:

# ALT+F1: Terminal öffnen
Mod1 F1 :Exec x-terminal-emulator

hier würde also das Drücken der Alt-Taste + F1 das Öffnen des x-terminal-emulators auslösen. Wie man sieht ist es zumindest am Anfang ganz hilfreich, wenn man die "echten" Tasten als Kommentar dazu schreibt.

Wird kein Modifier benötigt, weil man z.B. ein Screenshot-Programm an die Print/Druck-Taste binden will, so kann der Modifier auch weggelassen werden. Eindeutiger wäre es aber in diesem Fall none als Modifiernamen zu benutzen. Diese beiden Einträge bewirken also das gleiche

Print :Exec /usr/bin/xfce4-screenshooter
none Print :Exec /usr/bin/xfce4-screenshooter

vorzuziehen wäre jedoch die zweite Zeile.

Mausklicks

Außer an Tasten können Kommandos auch an Mausklicks gebunden werden. Dazu dienen folgende Abkürzungen:

  • MouseN: die Maustaste N wurde gedrückt und gehalten
  • ClickN: Klick mit der Maustaste N
  • MoveN: die Maustaste N wurde gedrückt und gehalten, das Kommando wird jedesmal beim Bewegen der Maus ausgelöst

N bezeichnet dabei jeweils die Nummer der Maustaste, 1=primäre Maustaste, 4/5=Mausrad

Im Zusammenhang mit den Mausklicks gibt es auch spezielle Modifier, die Aktionen davon abhängig machen an welcher Stelle sich der Maus-Cursor befindet:

  • OnDesktop Maus-Cursor befindet sich im Desktop (root window) und nicht in einem anderen Fenster
  • OnToolbar Maus-Cursor befindet sich in der Toolbar
  • OnWindow Maus-Cursor befindet sich über einem Fenster
  • OnTitlebar Maus-Cursor befindet sich in der Titelleiste (titlebar) eines Fensters
  • Double Die Aktion wird nur bei einem Doppelklick durchgeführt
OnDesktop Mouse1 :NextWorkspace

ein Klick mit der linken Maustaste löst nur dann einen Wechsel zum nächsten Arbeitsbereich (Workspace) aus, wenn sich die Maus auf dem Desktop und nicht in einem anderen Fenster befindet.

Fluxbox-Kommandos

Neben Linux-Kommandos/Shell-Skripte gibt es auch "eingebaute" Fluxbox-Aktionen. Bei diesen reicht es, wenn das Kommando (ohne Exec) angegeben wird. Da es sehr viele Kommandos gibt, seien hier nur die wichtigsten angeführt und diese auch noch nach Verwendungszweck gruppiert.

Manche Kommandos können in verschiedenen Formen angegeben werden. Diese Formen werden in der Spalte Kommando in Klammern angegeben. Beispiel: statt des Kommandos Stick kann auch StickWindow benutzt werden.

Maus Kommandos

Kommando Option Wirkung
StartMoving ausgewähltes Fenster verschieben
StartResizing [Ecke] Grösse des Fensters verändern, als ob das Maus an der angegebenen Ecke angefasst wurde. Für die Option [Ecke] sind diese Werte möglich:
  • NearestCorner
  • NearestEdge
  • NearestCornerOrEdge
  • Center
  • TopLeft
  • Top
  • TopRight
  • Left
  • Right
  • BottomLeft
  • Bottom
  • BottomRight.

Default = BottomRight (unten rechts). Wenn NearestCornerOrEdge angegeben wird, kann die Größe der Ecke auch als die größere von ein oder zwei folgenden Zahlen angegeben werden:

[Pixelgröße [Prozentgröße]] oder Prozentgröße%, wobei Prozentgröße der Prozentsatz der halben Fensterbreite oder -höhe ist. Wenn keine Größe angegeben wird, ist die Standardeinstellung 50 Pixel und 30%.

StartTabbing das ausgewählte Fenster zu einer Tabbing-Gruppe hinzufügen. Zu Tabbing s. den Abschnitt "Tabbing"
ActivateTab aktiviere den Tab der Tabbing-Gruppe

Window Kommandos

diese wirken nur auf das Fenster, das den Fokus hat

Kommando mögliche Optionen Bedeutung
Maximize / Minimize maximiert bzw. minimiert das Fenster
Fullscreen Fenster überdeckt alle anderen
MaximizeHorizontal / MaximizeVertical maximiert das Fenster nur in der Breite bzw. Höhe
Close schliesst das Fenster
Kill schliesst das Fenster gewaltsam (Killprozess)
Shade Schliesst das Fenster, genau wie der X Knopf
ShadeWindow rollt das Fenster auf/ab
Stick (StickWindow) Klebezustand (Fenster auf allen Arbeitsflächen sichtbar) ein/aus
ResizeTo Breite[%] Höhe[%] ändert die Fenstergrösse (in Pixeln oder Prozent)
Resize delta-Breite delta-Höhe ändert die Fenstergrösse, delta-Breite delta-Höhe ist der Wert, um den geändert wird
ResizeHorizontal delta-Breite ändert die Fensterbreite um den Wert delta-Breite
ResizeVertical delta-height delta-Höhe ändert die Fensterhöhe um den Wert delta-Höhe
MoveTo x y [Anker] verschiebt das Fenster auf die Koordinaten x,y; Anker ist optional und bezeichnet die Ecke die als Koordiatenursprung dienen soll (Left, Right, Upper, UpperLeft, UpperRight, Lower, LowerLeft, LowerRight)
Move delta-x delta-y verschiebt das Fenster um die angegebenen Werte
MoveRight / MoveLeft / MoveUp / MoveDown d verschiebt das Fenster um den angegebenen Wert d in die angegebene Richtung
SendToWorkspace / TakeToWorkspace workspace verschiebt das Fenster auf die angegebene Arbeitsfläche (SendToWorkspace); TakeToWorkspace macht das gleiche und wechselt auf diese Arbeitsfläche

Workspace Kommandos

Kommando Option Wirkung
AddWorkspace / RemoveLastWorkspace fügt eine neue Arbeitsfläche hinzu oder entfernt die letzte Arbeitsfläche
NextWorkspace / PrevWorkspace [n] wechselt zur nächsten, bzw. vorherigen Arbeitsfläche. Ist der optionale Parameter n angegeben (Default = 1) wird n Arbeitsflächen "weitergesprungen", also bei n=2 zur übernächsten Arbeitsfläche. Befindet man sich auf der letzten bzw. ersten Arbeitsfläche wird von der ersten bzw. letzten weitergezählt.
RightWorkspace / LeftWorkspace [n] wechselt zur rechten, bzw. linken Arbeitsfläche. Ist der optionale Parameter n angegeben (Default = 1) wird n Arbeitsflächen "weitergesprungen", also bei n=2 zur übernächsten Arbeitsfläche.
Workspace n springt zur Arbeitsfläche n (Nummerierung beginnt bei 1)
SetWorkspaceName name setzt den Namen der aktuellen Arbeitsfläche auf den angebenen "name"
ShowDesktop minimiert alle Fenster der aktuellen Arbeitsfläche. Sind sie schon minimiert, werden sie wieder hergestellt.
FocusLeft / FocusRight / FocusUp / FocusDown setzt den Fokus auf das in der angegebenen Richtung nächstliegende Fenster
CloseAllWindows schliesst alle Fenster auf allen Arbeitsflächen

Menu Kommandos

diese Kommandos öffnen oder schliessen die Fluxbox-Popup-Menus.

Kommando Option Wirkung
RootMenu öffnet das Fluxbox-Rootmenu
WorkspaceMenu öffnet ein Menu mit allen Arbeitsflächen und Fenstern
WindowMenu öffnet ein Menu mit Aktionen für das aktuelle Fenster

Window Manager Kommandos

Kommando Option Wirkung
Restart [Pfad] startet Fluxbox neu, ohne die Anwendungen zu schliessen. Zeigt der optionale Parameter Pfad auf einen Windowmanager, so wird dieser an Stelle von Fluxbox gestartet
Quit (Exit) beendet Fluxbox, schliesst alle Anwendungen und öffnet normalerweise den Displaymanager
Reconfig (Reconfigure) lädt alle geänderten Konfigurationsdateien von Fluxbox neu ein, damit Änderungen wirksam werden
SetStyle Pfad ändert den Style zu dem mit dem Pfad angegebenen Style. Pfad muss ein vollständiger Pfad zu einem gültigen Style sein
ReloadStyle lädt den aktuellen Style neu. Wichtig um eventuelle Änderungen am Style wirksam werden zu lassen
CommandDialog öffnet eine Dialogbox, in der ein Kommando eingegeben werden kann
SetEnv Name Wert setzt die Umgebungsvariable Name auf den angebenen Wert

Weblinks