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* bbtime (Zeit-Tool für den Blackbox/Fluxbox Windowmanager)
 
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* idesk (ermöglicht das Erstellen von Icons auf dem Desktop, mit denen beliebige Anwendungen durch einen Mausklick gestartet werden können)
  
 
== Konfiguration ==
 
== Konfiguration ==

Revision as of 22:32, 19 March 2020

fluxbox

Bei Fluxbox handelt es sich um einen ressourcenschonenden Fenstermanager, der aber trotzdem extrem konfigurierbar ist. Es lassen sich Fenstertabs, Tastaturkürzel, eine Werkzeug- und Symbolleiste sowie das Aussehen der Anwendungsfenster mittels reiner Textdateien konfigurieren. Entstanden ist er als eine Abspaltung (Fork) vom Fenstermanager Blackbox, dem er auch sehr ähnelt. Wegen seines geringen Ressourcenverbrauchs eignet sich Fluxbox sehr gut für ältere Rechner. Fluxbox arbeitet aber auch mit Gnome und KDE gut zusammen.

Das Hauptmenu erreicht man durch einen Rechtsklick auf die Fensteroberfläche.

Installation

sudo apt-get install fluxbox

Eine neuere Version MX-Fluxbox 2.0 steht inzwischen als Testversion zum Download bereit.

Um vernünftig mit fluxbox arbeiten zu können sollten mindestens noch diese Pakete installiert werden:

  • mx-fluxbox (MX Default Konfiguration für fluxbox)
  • fbautostart (zur Verwaltung der Programme, die automatisch gestartet werden sollen)
  • fbpanel (kleines und Desktop-unabhängiges Panel)
  • fbpager (Verwaltung von mehreren Desktops)

weitere kleine nützliche Anwendungen für fluxbox:

  • bbmail (meldet neue Mails)
  • bbpager (Pager, ähnlich fbpager)
  • bbrun (ein »Befehl ausführen«-Dialog für die Fenstermanager blackbox/fluxbox)
  • bbtime (Zeit-Tool für den Blackbox/Fluxbox Windowmanager)
  • idesk (ermöglicht das Erstellen von Icons auf dem Desktop, mit denen beliebige Anwendungen durch einen Mausklick gestartet werden können)

Konfiguration

Wer ganz schnell zu einer brauchbaren Konfiguration kommen möchte, kann das Paket mx-fluxbox installieren. Nach dem Aufruf wird das Konfigurationsverzeichnis von Fluxbox ~/.fluxbox/ neu angelegt und mit vernünftigen Konfigurationsdateien gefüllt. Ein schon vorhandenes Verzeichnis ~/.fluxbox/ wird dabei nicht überschrieben, sondern als ~/.fluxbox_BAK/ gesichert. Wichtig ist dabei aber, daß damit nicht mehr die Datei ~/.fluxbox/menu, sondern ~/.fluxbox/menu-mx als Grundlage für das Anwendungsmenu benutzt wird. Dies geschieht durch diesen Eintrag in der Datei ~/.fluxbox/init

session.menuFile:	~/.fluxbox/menu-mx

Eine weitere, zusätzliche Möglichkeit Einstellungen vorzunehmen kann direkt über das Desktop-Menu (Rechtsklick auf den Desktop) erfolgen. Dort gibt es einen Menupunkt "Konfiguration" mit folgenden Punkten:

  • Fokustyp
  • Maximierungseinstellungen
  • Tab-Einstellungen
  • Transparenz
  • Slit-Einstellungen (Slit ist ein Bereich, in dem kleine DockApps plaziert werden)
  • Toolbar-Einstellungen
  • soll der Fensterinhalt beim Verschieben angezeigt werden?
  • sollen Fenster über Desktopgrenzen verschoben werden?

außerdem existiert ein weiterer Punkt, um die Arbeitsflächen einzurichten (Anzahl, Namen) und eine große Anzahl (mehr als 30) von auswählbaren Styles.

Anwendungsmenu

Beim Anwendungsmenu von Fluxbox handelt es sich um ein sogenanntes Kontextmenu, d.h. es wird durch einen Rechtsklick auf die Desktopoberfläche geöffnet. Die Konfigurationsdatei ist ~/.fluxbox/menu. Dieser Ort kann durch einen Eintrag in der allgemeinen Konfigurationsdatei von Fluxbox ~/.fluxbox/init verändert werden

session.menuFile:       ~/.fluxbox/menu

aber dazu besteht in den wenigsten Fällen eine Notwendigkeit.

Fluxbox-Menu mit mehreren Ebenen

Durch Editieren der Datei ~/.fluxbox/menu kann man das Anwendungsmenu beliebig an seine Vorstellungen anpassen. Um dies zu erklären zuerst ein Blick in diese Datei

[begin] (Fluxbox)
  [submenu] (Anwendungen) {}
     [submenu] (Netzwerk) {mein Netzwerk} </usr/share/icons/Faenza/places/24/network.png>
        [submenu] (Dateiübertragung) {}
           [exec] (Transmission BitTorrent Client (GTK\)) {/usr/bin/transmission-gtk} </usr/share/pixmaps/transmission.xpm>
        [end]
        [submenu] (Kommunikation) {}
           [exec] (Irssi) { x-terminal-emulator -T "Irssi" -e /usr/bin/irssi} <>
           [exec] (s-nail) { x-terminal-emulator -T "s-nail" -e /usr/bin/s-nail} <>
           [exec] (Telnet) { x-terminal-emulator -T "Telnet" -e /usr/bin/telnet.netkit} <>
           [exec] (Xbiff) {xbiff} <>
        [end]
        [submenu] (Überwachung) {}
           [exec] (Mtr) {mtr} <>
           [exec] (nmapsi4) {/usr/bin/nmapsi4} <>
        [end]
        [submenu] (Web-Surfen) {}
           [exec] (ELinks WWW browser) { x-terminal-emulator -T "ELinks WWW browser" -e /usr/bin/elinks} <>
           [exec] (Lynx) { x-terminal-emulator -T "Lynx" -e lynx} <>
           [exec] (w3m) { x-terminal-emulator -T "w3m" -e /usr/bin/w3m /usr/share/doc/w3m/MANUAL.html} <>
        [end]
     [end]
     [submenu] (Audio) {}
        [exec] (flake) { x-terminal-emulator -T "flake" -e /usr/bin/flake} <>
        [exec] (pavucontrol) {/usr/bin/pavucontrol} <>
     [end]
   [end]
 [end]

Ohne das jetzt immer wieder zu erwähnen, sollten die Abschnitte ordentlich mit [end] geschlossen werden. Nun zu den einzelnen Punkten:

Das ganze Menu wird mit [begin] und [end] eingeschlossen.

  • [submenu] leitet einen Abschnitt ein, der Text in Klammern erscheint als Bezeichnung des Menupunktes. Diese Abschnitte können beliebig tief gestaffelt werden, wie hier z.B. bei
[submenu] (Anwendungen) {}
   [submenu] (Netzwerk) {mein Netzwerk} </usr/share/icons/Faenza/places/24/network.png>
      [submenu] (Dateiübertragung)

Die Texte in geschweiften Klammern sind optional und eine Art Überschrift im jeweiligen Abschnitt. Werden sie weggelassen erscheint der Name des übergeordneten Abschnittes als Titel. Ebenfalls optional ist der Text in den Kleiner- und Grösser-Zeichen, mit dem der Pfad zu einem Icon angegeben werden kann.

  • [exec] leitet die Zeile zu den ausführbaren Programmen ein. Auch hier ist der Text in () der anzuzeigende Name. In {} wird der auszuführende Befehl mit möglichen Optionen angeführt und wiederum in <> optional der Pfad zum Programm-Icon.

Weitere Elemente:

 [nop] {-----}
 [config] (Configuration)
 [submenu] (Styles) {}
    [stylesdir] (/usr/share/fluxbox/styles)
    [stylesdir] (~/.fluxbox/styles)
 [end]
 [workspaces] (Workspaces)
 [reconfig] (Reconfigure)
 [restart] (Restart)
 [exit] (Exit)
  • [nop] {-----}
    • zum Trennen bzw. zur Gliederung des Menus
  • [stylesdir] (/usr/share/fluxbox/styles)
    • in () Pfad zum Style-Verzeichnis (es können mehrere Pfade angegeben werden). Beim Anklicken öffnet sich Auswahlmenu zum Style
  • [workspaces] (Workspaces)
    • Menupunkt um Anzahl und Namen der Workspaces zu bearbeiten
  • [reconfigure] (Reconfigure)
    • wurden Änderungen an der Konfiguration von Fluxbox vorgenommen dient dieser Menupunkt dazu, die Änderungen dauerhaft zu speichern
  • [restart] (Restart)
    • startet Fluxbox neu (nur Fluxbox, nicht etwa das ganze System)
  • [exit] (Exit)
    • Verlassen der Sitzung

Autostart

Anwendungen die gleichzeitig mit Fluxbox gestartet werden sollen, trägt man in die Datei ~/.fluxbox/startup ein. Pro Zeile wird eine Anwendung eingetragen. Bei eigenen Anwendungen empfiehlt es sich den vollen Pfad anzugeben. Sollte also einmal eine Anwendung nicht starten, kann man dies nochmals mit der vollen Pfadangabe versuchen. Auf jeden Fall muss man beachten, ob die Anwendung nur einmalig starten oder im Hintergrund weiterlaufen soll. Im letzen Fall müssen sie mit dem &-Zeichen als Hintergrund-Prozess gestartet werden. Fluxbox muss unbedingt als letztes gestartet werden.

xmodmap "/home/gosia/.Xmodmap"  # Tasten- und Mausbelegung anpassen
nm-applet &     # Netzwerkmanager
volumeicon &    # Lautstärkeregelung
xscreensaver &  # Screensaver
fdpowermon &    # Akkuinformationen
exec fluxbox

Desktop Hintergrund

Um den Desktop-Hintergrund zu setzen gibt es zwei Befehle:

  • fbsetroot
  • fbsetbg

fbsetroot

mit fbsetroot beherrscht nur Hintergrundfarben aber keine Bilder. Man kann damit eine einfache, solide Hintergrundfarbe setzen

fbsetroot -solid red  # roter Hintergrund

Statt der Farbnamen kann überall auch die RGB-Farbnotierung benutzt werden:

fbsetroot -solid rgb:40/60/75

die HTML-Notierung ist ebenfalls immer möglich, muss aber in Anführungszeichen gesetzt werden:

fbsetroot -solid "#00ff00"

Es sind Farbverläufe möglich:

fbsetroot -gradient Horizontal -from green -to blue  # horizontaler Farbverlauf von grün nach blau

für die Option -gradient gibt es folgende Werte, von denen einer gesetzt werden muss:

  • Horizontal
  • Vertical
  • Diagonal
  • Crossdiagonal
  • Pipecross
  • Elliptic
  • Rectangle
  • Pyramid

zweifarbige Kästchenmuster erhält man mit diesem Kommando:

fbsetroot -mod 10 20 -bg black -fg grey
# je kleiner die Zahlen hinter -mod sind, desto kleiner werden die Kästchen (1. Zahl x-Achse, 2. Zahl y-Achse)
# -bg = Inhalt der Kästchen, fg = Farbe der Kästchenumrandung

fbsetbg

fsetbg ist mächtiger als fbsetroot, weil damit sowohl Hintergrundfarben und -muster als auch Hintergrundbilder gesetzt werden können.

Optionen:

-f file  # fullscreen Wallpaper
-c file  # zentriertes Wallpaper
-t file  # gekacheltes (tiled) Wallpaper
-a file  # Wallpaper wird maximiert unter Beibehaltung der Seitenverhältnisse. Ist das nicht möglich, wird Option -f benutzt
-r verzeichnis  # setzt ein aus dem Verzeichnis zufällig ausgewähltes Bild als Wallpaper 
-l       # benutzt das vorherige Wallpaper
-i       # zeigt mögliche Hilfsprogramme an (wpsetters genannt), die für das Setzen des Hintergrundes benutzt werden können
-p       # gibt Tipps zum Gebrauch von fsetbg
-b fbsetrootoptions # für fbsetrootoptions werden die gleichen Optionen wie bei fbsetroot benutzt (s.o.), z.B.:
fbsetbg -b -solid blue

fbsetbg unterstützt die Erinnerung an den zuletzt eingestellten Bildschirmhintergrund, so dass man nicht den Stil oder die Init-Datei bearbeiten muss, um den Bildschirmhintergrund zu ändern. Dies wird ermöglicht, indem fsetbg den zuletzt benutzten Befehl in die Datei ~/.fluxbox/lastwallpaper schreibt, z.B.:

wpsetters feh
fbsetroot|-solid blue||:0.0

Wird dies nicht gewünscht, so können die Optionen -f, -c, -t, -a, -b und -r in Grossbuchstaben geschrieben werden, damit sich fsetbg nicht daran "erinnert".

Weblinks